Aus den Kommentaren
hier:
"The medium is the message" ist so pauschal natürlich ein bißchen Quatsch, vor allem weil es aus dem Kontext gerissen vielseitig interpretierbar ist. Aber die technischen Eigenheiten beeinflussen die Inhalte, klar. Im Fall von Blogs befördern sie unabhängige (Vorteil gegenüber den Massenmedien) Subjektivität bei gleichzeitiger Vernetzung.
Wenn die Community eine kritische Masse erreicht, werden die Inhalte für die öffentliche Sphäre relevant. Das Erreichen der kritischen Masse hängt von der Zahl der Mitmacher ab, aber auch davon, wer mitmacht. Weblogs werden von gebildeten, gut verdienenden Leuten, oft mit Zugriff auf Massenmedien, gemacht und gelesen.
Die Vernetzung sorgt für die Ausbildung von Knoten mit einer Menge Kontakten und Lesern, der A-List. Das ist das "Power Law".
Deshalb ist Relevanz eine Frage der Zeit, solange die Blogosphäre wächst - ob man das nun gut findet oder nicht. Und in den USA bereits erreicht. Mit "Qualität" hat das übrigens erstmal nichts zu tun.
Auf Nachfrage präzisierte ich:
Unter "kritischer Masse" verstehe ich nicht unbedingt das Eindringen in die (in vielen Fällen nicht mehr adäquaten) Diskurse der Massenmedien durch Anpassung. Die Blogosphäre gewinnt eher für sich selbst eine Bedeutung in der Öffentlichkeit, wenn ein großer Teil der Leute lieber hier liest statt dort. (Das ist aber auch kein Grund, sich in Hahnenkämpfen mit professionellen Journalisten zu erschöpfen, zumal die Blogger für die richtig Großen doch nur ein lästiger Floh im Gefieder sind)
Das wiederum zwingt dann vielleicht Massenmedien, auf die Bloggerthemen einzugehen - oder auch nicht. Die Frage ist, ob man die gesellschaftliche "Bedeutung" daran messen muss. Zwanghaft auf die Massenmedien zu schauen - das bringt's nicht. Was ist so schlimm daran, ein alternatives Medium zu haben?
Oops, da habe ich die Grundlagen meiner Magisterarbeit versehentlich schlüssig zusammengefasst.
Von der Effektivität der interaktiven Features in Weblogs bin ich immer weniger überzeugt. Die ziellose Kraut-und-Rüben-Diskussion zum Eintrag von Martin Roell hat mich darin bestärkt. Da ruft jeder irgendwas operativ Geschlossenes (iih, Systemtheorie!) in die Wüste. (Ich gebe keineswegs der Qualität der einzelnen Wortmeldungen die Schuld.)
Man muss seinen Kommentar schon geschickt timen, um irgendeinen Effekt zu erzielen. Trackbacks sind auch doof, weil sie aus der Diskussion irgendwie rausfallen - und kompliziert zu bedienen sind. Dazu irgendwann mehr, wenn ich das sortiert kriege.